Ölmühle Ertrag Berechnen

Wer eine eigene Ölmühle betreibt oder plant, steht früh vor einer zentralen Frage: Wie viel Öl erhalte ich aus einer bestimmten Menge Saat – und rechnet sich das wirtschaftlich? Unser kostenloser Kalkulator liefert Ihnen konkrete Zahlen: Ölertrag in Litern, Presskuchen-Menge, Rohgewinn pro Charge und eine vollständige Monatsauswertung.

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Ölmühle Ertrag berechnen – Kalkulator
Saat & Menge
5 % 15 %
Wirtschaftlichkeit
Ergebnis — pro Charge
Ölertrag
Liter
Presskuchen
kg
Ölausbeute
%
Öl-AnteilPresskuchen-Anteil
Einnahmen Öl
Kosten Saat
Betriebskosten
Rohgewinn / Charge
Monatsübersicht
Ölmenge
Liter / Monat
Umsatz
€ / Monat
Rohgewinn
€ / Monat
Saatverbrauch / Monat
Presskuchen / Monat
Gesamtkosten / Monat

* Richtwerte auf Basis typischer Kaltpress-Ausbeuten. Tatsächliche Erträge hängen von Saatqualität, Feuchtigkeit und Maschineneinstellung ab. Presskuchen kann als Tierfutter oder Industrierohstoff verwertet werden.

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Wie berechnet sich der Ölertrag einer Ölmühle?

Der Ölertrag hängt von drei Hauptfaktoren ab: der Ölausbeute der Saat (Anteil extrahierbaren Öls in Prozent), der Feuchtigkeit der Rohware und der Effizienz der Ölpresse. Bei der Kaltpressung mit einer Schneckenpresse gelten folgende Faustformeln:

Saat Typische Kaltpress-Ausbeute Liter Öl je 100 kg Saat Presskuchen je 100 kg
Rapsca. 34–38 %ca. 37–42 Literca. 62–66 kg
Sonnenblumeca. 36–40 %ca. 39–44 Literca. 60–64 kg
Leinsamenca. 32–36 %ca. 34–39 Literca. 64–68 kg
Walnussca. 48–52 %ca. 52–57 Literca. 48–52 kg
Schwarzkümmelca. 28–32 %ca. 30–35 Literca. 68–72 kg
Sesamca. 43–47 %ca. 47–52 Literca. 53–57 kg
Kürbiskernca. 38–42 %ca. 41–46 Literca. 58–62 kg
Hanfsamenca. 26–30 %ca. 28–33 Literca. 70–74 kg

Der Kalkulator rechnet dabei automatisch den Ölertrag in Kilogramm um und dividiert ihn anschließend durch die Dichte des jeweiligen Öls, um den genauen Literertrag zu ermitteln – denn Öl ist leichter als Wasser und die Dichte je nach Ölsorte leicht unterschiedlich.

Einfluss der Feuchtigkeit auf den Ölertrag

Ein häufig unterschätzter Faktor ist der Feuchtigkeitsgehalt der Saat. Optimal für die Kaltpressung sind 6–8 % Restfeuchte. Bei zu feuchter Saat (über 10 %) sinkt die Ausbeute spürbar, weil Wasser das Öl in der Zellstruktur bindet und der Presskuchen mehr Öl zurückhält. Der Kalkulator berücksichtigt diesen Effekt mit einem Korrekturfaktor: Je 1 % über 8 % Feuchtigkeit reduziert sich die Ausbeute um etwa 0,8 Prozentpunkte.

Was ist der Presskuchen – und was bringt er wirtschaftlich?

Der Presskuchen ist das feste Rückstandsmaterial nach dem Pressvorgang. Er macht je nach Saat 50–75 % des Ausgangsgewichts aus und enthält noch Restproteine, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Wirtschaftlich ist er keineswegs wertlos:

  • Als Tierfutter (Raps-, Sonnenblumen-, Leinkuchen) mit hohem Proteingehalt
  • Als Rohstoff für die Lebensmittelindustrie (z.B. Mehl aus Kürbiskern- oder Walnusskuchen)
  • Als Energieträger – gepresste Pellets aus Rapskuchen können als Brennstoff genutzt werden
  • Als organischer Dünger im Gartenbau und in der Landwirtschaft

Wer den Presskuchen verwertet, erhöht die Gesamtrentabilität der Ölmühle erheblich. Mehr dazu im Artikel Presskuchen nutzen – so holen Sie das Maximum heraus. Der Kalkulator weist die monatliche Presskuchen-Menge aus, sodass Sie die Verwertungsmenge direkt planen können.

Wirtschaftlichkeit einer Ölmühle: Was beeinflusst den Gewinn?

Die drei größten Stellschrauben für die Rentabilität einer Kaltpressanlage sind:

  • Verkaufspreis des Öls: Direktvermarkter erzielen für kaltgepresstes Bio-Rapsöl 6–12 €/Liter, für Schwarzkümmelöl sogar 15–30 €/Liter – deutlich mehr als im Großhandel.
  • Saateinkaufskosten: Eigenanbau oder lokale Kooperationen mit Landwirten senken die Rohstoffkosten erheblich.
  • Auslastung der Presse: Fixkosten (Anschaffung, Wartung, Strom) verteilen sich auf mehr Chargen und senken den Stückkosten-Anteil je Liter Öl.

Mit dem Kalkulator können Sie schnell verschiedene Szenarien durchspielen – etwa die Auswirkung einer anderen Saat, eines höheren Verkaufspreises oder einer zusätzlichen wöchentlichen Charge. Einen detaillierten Überblick zur Wirtschaftlichkeit liefert unser Artikel Wirtschaftlichkeit der Kaltpressung.

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Häufige Fragen zum Ölmühle-Ertrag

Wie viel Öl erhalte ich aus 100 kg Raps?
Bei Kaltpressung mit einer Schneckenpresse erhalten Sie aus 100 kg trockenem Raps (ca. 8 % Feuchte) typischerweise zwischen 37 und 42 Liter Rapsöl. Der Presskuchen macht den verbleibenden Anteil von etwa 60–65 kg aus. Die genaue Ausbeute hängt von der Saatqualität, der Feuchtigkeit und der Einstellung der Ölpresse ab.
Welche Saat hat die höchste Ölausbeute?
Von den gängigen Ölsaaten hat die Walnuss mit ca. 48–52 % die höchste Kaltpress-Ausbeute. Sesam folgt mit ca. 43–47 %, Kürbiskerne mit ca. 38–42 % und Sonnenblumen mit ca. 36–40 %. Hanfsamen (ca. 28 %) und Schwarzkümmel (ca. 30 %) liegen am unteren Ende, erzielen jedoch als Premiumöle erheblich höhere Verkaufspreise.
Lohnt sich eine eigene Ölmühle finanziell?
Das hängt stark von Verkaufspreis, Saatkosten und Auslastung ab. Direktvermarkter, Hofläden oder Ölmühlen mit Direktvertrieb können kaltgepresstes Öl zu deutlich höheren Preisen verkaufen als im Großhandel. Unser Kalkulator hilft Ihnen, verschiedene Szenarien zu vergleichen und den Break-even zu berechnen. Als Faustregel gilt: ab ca. 500 Litern Öl pro Monat wird eine professionelle Schneckenpresse typischerweise wirtschaftlich betrieben.
Was passiert mit dem Presskuchen?
Der Presskuchen ist ein wertvolles Nebenprodukt mit hohem Proteingehalt. Rapskuchen und Sonnenblumenkuchen werden häufig als Tierfutter eingesetzt. Kürbiskern- oder Walnusskuchen lassen sich zu Mehl verarbeiten und als Lebensmittelzutat vermarkten. Wer den Presskuchen sinnvoll verwertet, verbessert die Gesamtrentabilität seiner Ölmühle deutlich.
Welche Ölpresse eignet sich für welche Saatmenge?
Für Einsteiger und kleine Betriebe (bis ca. 30 kg/Stunde) eignen sich die Modelle Oleo P 8 und Oleo P 10. Mittlere Ölmühlen mit 30–80 kg/h Durchsatz greifen zur Oleo P 20. Für professionellen Dauerbetrieb und hohe Kapazitäten ist die Oleo P 40 ausgelegt. Sprechen Sie uns an – wir helfen Ihnen, das richtige Modell für Ihre geplante Monatskapazität zu finden.

Tipp: Ölpresse richtig einstellen für maximale Ausbeute

Selbst die beste Berechnung nützt wenig, wenn die Ölpresse nicht optimal eingestellt ist. Die wichtigsten Einflussfaktoren für eine hohe Ausbeute in der Praxis sind:

  • Saatvorwärmung: Leicht angewärmte Saat (30–40 °C) fließt besser und gibt mehr Öl frei – ohne die Kaltpressung zu gefährden.
  • Düsenspalt: Ein zu weiter Spalt senkt die Ausbeute, ein zu enger erhöht den Verschleiß von Pressspindel und Zylinder. Die optimale Einstellung hängt von der Saat ab.
  • Saubere Verschleißteile: Abgenutzte Pressspindeln oder Seiher (Presszylinder) können die Ausbeute um bis zu 15 % mindern. Regelmäßiger Tausch der Ersatzteile zahlt sich direkt aus. Einen Überblick zur Diagnose gibt unser Ersatzteil-Diagnose-Ratgeber.
  • Kontinuierlicher Betrieb: Schneckenpressen arbeiten effizienter im Dauerlauf als mit häufigen Starts und Stopps.

Kambas OleoPress liefert alle gängigen Verschleißteile – Pressspindeln R6, R8 und R11, Presszylinder, Presskopf und Düsen – nach Originalzeichnungen in deutscher Qualität. Damit bleibt Ihre Ölpresse auf konstant hohem Ausbeuteniveau.