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Wie funktioniert eine Ölpressmaschine?
Wie funktioniert eine Ölpresse? Technik & Funktionsprinzip erklärt.
Für Landwirte, Ölmühlen und Lebensmittelproduzenten ist die Ölpresse das Herzstück der Produktion. Doch wie genau funktioniert eine Ölpresse technisch – und was passiert im Inneren der Maschine, wenn aus Rapssaat, Leinsamen oder Sonnenblumenkernen hochwertiges Speiseöl wird? Als Hersteller professioneller Ölpressen erklärt oleopress.com das Funktionsprinzip Schritt für Schritt.
Das Grundprinzip: Öl durch mechanischen Druck gewinnen
Das Grundprinzip jeder Ölpresse ist simpel: Ölhaltige Saaten oder Nüsse werden so stark mechanisch komprimiert, dass das in den Zellstrukturen gebundene Öl austritt. Dieser Vorgang wird als mechanische Ölgewinnung oder Kaltpressung bezeichnet – im Gegensatz zur chemischen Extraktion mit Lösungsmitteln, die in der Großindustrie eingesetzt wird, aber für qualitätsbewusste Produzenten keine Option darstellt.
Der entscheidende Vorteil der mechanischen Pressung: Das Öl bleibt naturbelassen, enthält alle wertvollen Inhaltsstoffe, Fettsäuren und Aromen – und erfüllt damit die steigenden Qualitätsanforderungen von Handel und Endverbrauchern.
Die wichtigsten Pressentypen im gewerblichen Einsatz
Die Schneckenpresse – Standard im professionellen Betrieb
Die Schneckenpresse (auch Expeller-Presse genannt) ist der am häufigsten eingesetzte Pressentyp im gewerblichen Bereich. Ihr Funktionsprinzip basiert auf einer rotierenden Förderschnecke, die das Pressgut durch einen sich verengenden Presskanal transportiert und dabei kontinuierlich komprimiert. Der entstehende Druck – je nach Modell zwischen 200 und über 800 bar – presst das Öl durch feine Schlitze im Presskanal heraus. Der verbleibende Pressekuchen wird am Ende der Schnecke ausgeworfen.
Schneckenpressen eignen sich für den Dauerbetrieb, sind robust und verarbeiten eine Vielzahl von Saaten wie Raps, Sonnenblumen, Leinsamen, Schwarzkümmel und verschiedene Nüsse. Die Ölpressen von oleopress.com basieren auf diesem bewährten Prinzip und sind speziell für den kontinuierlichen Einsatz in landwirtschaftlichen Betrieben und Ölmühlen optimiert.
Die hydraulische Presse – für höchste Ölqualität
Bei der hydraulischen Presse wird das Pressgut in einer Kammer durch einen hydraulisch betriebenen Stempel gepresst. Das Verfahren arbeitet besonders schonend und bei niedrigen Temperaturen – ideal für empfindliche Rohstoffe wie Walnüsse oder Leinsamen. Der Nachteil: Hydraulische Pressen arbeiten diskontinuierlich, d.h. die Kammer muss nach jedem Pressvorgang neu befüllt werden, was den Durchsatz im Vergleich zur Schneckenpresse deutlich reduziert.
Der Pressvorgang Schritt für Schritt
So läuft der Pressvorgang in einer gewerblichen Schneckenpresse von oleopress.com ab:
- Saatenvorbereitung: Je nach Rohstoff werden die Saaten gereinigt, getrocknet und ggf. vorgewärmt. Eine optimale Eingangsfeuchte ist entscheidend für Ausbeute und Ölqualität.
- Einzug und Förderung: Die Saaten werden über einen Einfülltrichter in die Presse eingegeben. Die rotierende Schnecke zieht das Pressgut kontinuierlich ein und transportiert es durch den Presskanal.
- Druckaufbau: Durch das zusammenspiel von Schnecke, Presszylinder, Presskopf und Düse wird die Saat kontinuierlich „ausgedrückt“. Durch diesen Druck werden die Zellwände der Saaten aufgebrochen und das Öl freigesetzt.
- Ölabfluss: Das austretende Öl fließt durch Schlitze, Löcher oder Siebe im Presskanal in einen Auffangbehälter. Grobe Schwebstoffe werden dabei bereits mechanisch zurückgehalten.
- Pressekuchen-Austrag: Der entölte Pressekuchen wird am Ende der Schnecke kontinuierlich ausgeworfen. Er enthält wertvolle Proteine und Ballaststoffe und kann als Tierfutter oder Dünger weiterverwendet werden.
- Nachfiltrierung: Das rohe Pressöl wird anschließend filtriert – über Sedimentationsbehälter, Filter oder Zentrifugen – um ein klares, verkaufsfähiges Endprodukt zu erhalten.
Temperaturmanagement – der Schlüssel zur Ölqualität
Die Reibungswärme, die beim Pressvorgang entsteht, ist einer der wichtigsten Qualitätsfaktoren. Wird das Öl zu stark erhitzt, gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren und das Öl kann seinen charakteristischen Geschmack einbüßen.
Die professionellen Ölpressen von Kambas OleoPress sind spezielle auf die Herstellung von kaltgepressten Ölen abgestimmt.
Ölausbeute: Was ist realistisch?
Die Ölausbeute hängt vom Rohstoff, dem Ölgehalt der Saaten und den Pressbedingungen ab. Typische Richtwerte für die mechanische Pressung:
- Raps: ca. 35–42 % Ölausbeute
- Sonnenblumen: ca. 38–45 % Ölausbeute
- Leinsamen: ca. 30–38 % Ölausbeute
- Walnüsse: ca. 40–50 % Ölausbeute
- Schwarzkümmel: ca. 20–28 % Ölausbeute
Diese Werte variieren je nach Saatqualität, Feuchtegehalt und Maschineneinstellung.
Fazit: Technik, die Qualität sichert
Eine gewerbliche Ölpresse ist weit mehr als eine einfache Maschine – sie ist ein Präzisionsinstrument, das über Qualität, Ausbeute und Wirtschaftlichkeit Ihrer Ölproduktion entscheidet. Das Verständnis des Funktionsprinzips hilft Ihnen, die richtige Maschine für Ihren Betrieb zu wählen und das Beste aus Ihren Rohstoffen herauszuholen.
